Vertrauen

Heute lernte ich eine liebe Mama kennen, die im Nachbarlandkreis eine GeKi eröffnet. Ich habe ihr ein bisschen von unseren Anfängen erzählt und sie nahm einige Impulse mit aus dem Gespräch.

Für mich blieb vor allem ein Punkt hängen: HAB VERTRAUEN.

Eine unserer Familien wechselt im September in die Kita. Für die Mama bestand das Gefühl: Keine Ahnung, ob es mit dem Familiendorf im Herbst weitergeht. Denn eine Familie zieht weg, zwei andere gehen reisen und eine möchte Auswandern, wer bleibt übrig?

Für mich fühlt sich die Situation anders an: Ja, die eine Familie geht ZEITWEISE reisen, die andere VIELLEICHT, zwei bleiben und die fünfte wird tageweise dabei sein! Das ist doch perfekt!

Aber ich weiß, dass auch ich einmal an einem ähnlichen Punkt stand. Es war der Sommer nach dem ersten Lockdown. Vor Corona waren wir zehn Familien, danach nur noch drei. Einige sind weggezogen, die anderen in die Kita gewechselt.

Die zwei Familien, die neben mir erhalten blieben, hatten ebenfalls ab September einen Kindergartenplatz und so würde dann nur noch meine Tochter und ich, hochschwanger, die das Familiendorf besuchen.

Der August zog ins Land und Sorgen um die Zukunft begannen in mir zu knabbern. Ich dachte an den näherrückenden Geburtstermin und das Wochenbett. Genau in dieser Zeit brauchte ich Unterstützung, durch liebe Menschen, die meine Tochter begleiteten und ihr Routine und Sicherheit schenkten.

Ich zweifelte an meiner Entscheidung, den Kindergartenplatz abzusagen. Aber bevor die Panik riesig wurde, fiel mir ein: Unsere Vereinskasse weist einen guten Puffer auf, notfalls finanziert das Projekt meiner Tochter eine 1:1 Betreuung durch unsere Ehrenamtlichen. Klar, wünscht sich meine Tochter auch Kinder zum Spielen, aber ein paar Wochen würden wir auf diese Weise überbrücken können und dann weiter sehen.

Als ich mein Vertrauen wiedergefunden hatte, stand plötzlich eine Mama bei uns auf dem Platz. Eine Freundin hatte ihr von unserem Projekt erzählt und sie wollte sich anschließen. Ihr folgten zwei weitere Familien und so waren wir überraschenderweise vier Familien, die gemeinsam den Herbst verbrachten.

Seitdem habe ich das Gefühl: Es geht immer weiter. Auch wenn es erst mal schwierig scheint, es sind immer welche da, die sich uns anschließen und sich für die Idee einer gemeinschaftlichen Kinderbetreuung begeistern lassen.

Hab Vertrauen.

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