Alternativen zur Kita

Es gibt viele Gründe, die gegen eine klassische Kita-Betreuung sprechen.
Hast du dich entschieden nein zur Kita zu sagen?
Oder bist du noch unsicher, ob Kita euer Weg ist?
Dann sind das deine Alternativen:

Tagesmutter

Bei einer Tagesmutter wird dein Kind in einer kleinen Gruppe von einer festen Tagesmutter betreut. Die Tagesmutter erhält eine Erlaubnis zur Tagespflege durch das Jugendamt und wird von diesem Kontrolliert. Die Eingewöhnung findet nach dem festen Ablauf eines Eingewöhnungskonzepts statt.

Die kleine Gruppe bei einer Tagesmutter könnten fast ein familiäres Gefühl schaffen, jedoch ist es wichtig hier genau hinzusehen. Denn eine Tagesmutter kann fünf Kinder plus ihre eigenen betreuen. Diese große Anzahl an Kindern, die meistens unter 3 Jahren sind, verlangt viel von der Tagesmutter ab. Gerade junge Kinder sind noch sehr auf die Fürsorge und das prompte Eingehen auf ihre Bedürfnisse angewiesen. Für eine Tagesmutter allein kann das sehr herausfordernd sein. Einige Tagesmütter entscheiden sich aus diesem Grund weniger Kinder aufzunehmen oder finden andere Lösungen. Sinnvoll ist es dir vor Vertragsabschluss die Situation vor Ort anzusehen.

Für die Kinder ist es sehr schön, wenn es nur eine feste Bezugsperson gibt. Da die ganze Betreuung aber nur auf eine Person ausgerichtet ist, kann es zu Schwierigkeiten kommen, wenn die Tagesmutter krankheitsbedingt ausfällt.

Ich erachte weiterhin Eingewöhnungskonzepte als kritisch. Ja, ein Ankommen mit Eingewöhnung ist besser als ohne, aber das feste Konzept widerspricht mir. Mein Wunsch ist es, dass eine Eingewöhnung sehr individuell ist und sich an dem Kind und den Eltern orientiert. Trotzdem gibt es Eltern, denen genau das Eingewöhnungskonzept hilft mit der Situation gut klarzu kommen und ihnen Sicherheit und Struktur gibt. Sei hier ganz erhlich zu dir und zur Betreuungsperson. Manchmal lassen sich gemeinsam alternative Wege finden.

Elterninitiative

Elterninnis sind Kitas, dennoch möchte ich sie hier erwähnen. Denn der Träger einer Elternini ist nicht die Kirche oder ein Wohlfahrtsverband, sondern ein eingeschriebener Verein, in dem die Eltern der Kita Mitglieder sind und den Vorstand stellen. Somit tragen die Eltern selbst den Kindergarten, treffen Entscheidungen und stellen Personal ein. Als Elternteil bringst du dich ein, bestimmst und gestaltest aktiv die Kita mit.

Elternmitarbeit ist meist ein wichtiger Baustein. In vielen Elterninis übernehmen die Eltern organisatorische Aufgaben, putzen oder kochen und unterstützen bei der Betreuung der Kinder.

Oft haben Elterninis eine besondere pädagogische Ausrichtung z.B. Montessori, Wald- oder Naturpädagogik.

Kindergartenfrei

Kitafrei geht komplett weg von der staatlich organisierten Betreuung.

Wenn du Kindergartenfrei lebst, übernimmst du komplett die Verantwortung für dein Kind. Das ist natürlich sehr familiär und vertraut. Du erlebst dein Kind im Alltag, bist dabei, wenn es das erste mal Fahrrad fährt oder sich das Knie aufschlägt.

In manchen Konstellationen fehlt jedoch der Kontakt zu anderen Kindern und Erwachsenen. Da die meisten Kinder in die Kita gehen ist es oft schwierig Kontakte zu knüpfen und feste Freundschaften zu pflegen.

Für mich persönlich ist es herausfordernd, dass ich als Elternteil 24/7 allein für mein Kind zuständig und verantwortlich bin. Klar, bin ich die Mama und es ist meine Aufgabe mein Kind zu begleiten. Aber für mich fühlt sich Kitafrei einsam an.

Großeltern, Unterstützungsnetzwerk, Nanny, Au-pair

Denkbar ist es Kitafrei zu leben und sich gezielt Unterstützung ins Boot zu holen. In Form von Großeltern oder anderen Personen, die deiner Familie nahe stehen. Auch Leihomas und -opas oder -tanten & -onkels sind denkbar.

Alternativ kannst du dir ein Unterstützungsnetzwerk aufbauen, in dem sich Familien und weitere Personen gegenseitig im Alltag (mit Kindern) unterstützen und bereichern.

Ist dies für dich nicht möglich oder nicht gewünscht kannst du eine Nanny, ein Au-pair oder einen Babysitter einstellen. Dies kostet etwas, dafür kannst du die Betreuung deines Kindes mit einer anderen Selbstverständlichkeit einfordern. Zudem ist denkbar, dass die Person (kleine) Arbeiten im Haushalt erledigt.

Diese drei Optionen sind sehr familiär. Meistens wird dein Kind bei dir zu Hause oder in einer sehr vertrauten Umgebung betreut. Auch die Person, die dein Kind betreut ist ihm bald sehr nahe.

Gemeinschaftliche Kinderbetreuung

Alternativ gibt es die Möglichkeit, sich einer gemeinschaftlichen Kinderbetreuung anzuschließen oder selbst eine auf die Beine zu stellen. In GeKis schließen sich mehrere Familien zusammen um gemeinsam, abwechselnd die Begleitung der Kinder zu übernehmen.

Die Geki ist sehr familiär. Du bist ein fester Bestandteil der GeKi und bleibst somit Teil des Alltags deines Kindes. Gleichzeitg ist die GeKi eine geschlossene Gruppe, in der dein Kind und du Freunde, Austausch und Anschluss finden. Zusätzlich schafft die GeKi Freiraum, um dich selbst zu verwirklichen und Zeit, um deine Bedürfnisse zu befriedigen.

Hier findes du auch eine kurze Checkliste ob GeKi das richtige für euch ist:
https://geki.hewb.de/checkliste-ist-geki-das-richtige-fuer-uns/

Mehr Infos über GeKis findest du hier.

(Wald-) Spielgruppe oder Kitafreigruppe

Was ich nicht vorenthalten möchte, ist die (Wald-)Spielgruppe oder die Kitafreigruppe. Hier findest meistens ein regelmäßiges Treffen statt, zwischen 1x im Monat und mehrmals die Woche.

Zu unterscheiden ist zwischen einer privaten Spielgruppe, in der es um die gemeinsam verbrachte Zeit mit anderen Kindern und den Austausch mit anderen Eltern geht.

Und der „institutionellen“ Spielgruppe. Hier besteht meistens die Möglichkeit das Kind stundenweise betreuen zu lassen, selbst den Ort zu verlassen oder z.T. vor Ort zu arbeiten. Dies kann sich zum Beispiel im (eigentlich) Kitafreien Leben anbieten, wenn ein wichtiger Termin ansteht, das Kind nicht mitkommen kann und keine andere Betreuungsperson gefunden wird.

Alles auf einen Blick

AlternativeFamiliärFeste Bezugsp.MitarbeitMitbestimmungFeste GruppeMe-Time
Tagesmutter
Elternini
Kitafrei
Großeltern
GeKi
Spielgruppe
priv. / institut.
✅/❌❌/✅

Wie beurteilst du diese Tabelle? Hast du Erfahrungswerte, die abweichen von meiner Einschätzung? Ich denke zum Beispiel, dass du bei privaten Spielgruppen sehr viel Mitbestimmen kannst, wenn du das möchtest. Wenn eine Person die Spielgruppe ins Leben gerufen hat und immer die Planung übernimmt, kannst du trotzdem nachfragen, ob du dich einbringen kannst, vermutlich wird deine Nachfrage mit offenen Armen begrüßt.

Und genau das ist es, was ich dir rate: Rede mit den zuständigen Menschen. Egal ob Kita oder GeKi. Viele Menschen (und Institutionen) sind sehr offen für deine Ideen und Wünsche und bereit dir entsprehcend entgegen zu kommen, wenn ihnen das möglich ist.

Ich freue mich von dir zu lesen, wenn du weitere Alternative kennst. Erzähl mir außerdem gerne in den Kommentaren, welche Form der Kinderbetreuung für dich die richtige ist und warum du dir diese Alternative für dich, dein Kind und deine Familie wünschst.

Alles Liebe Helen
Alles Liebe Helen

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