Arbeiten in einer GeKi

Das Arbeiten in einer GeKi ist anders, als das in einem gewöhnlichen Büro, denn dein Kind ist vor Ort und du bist für dein Kind jederzeit greifbar.

Dies hat viele Vorteile, denn du kannst dein Kind trösten, wenn es traurig ist, es in den Schlaf begleiten oder das Wickeln übernehmen.

Der Nachteil ist, dass es oft schwierig ist, konzentriert zu arbeiten, oder auch die Zeit für die eigenen Projekte zu organisieren, da es ggf. oft zu Unterbrechungen kommt.

Dein Kind bittet dich um Hilfe, wenn es die Brotbox nicht öffnen kann. Du hörst dein Kind streiten und bist zur Stelle um zu unterstützen. Du und dein Kind, ihr seid ein eingespieltes Team und gewohnt, dass ihr zusammen eure Angelegenheiten regelt. Das ist gut, aber in einer GeKi darf diese Struktur aufbrechen. Jetzt sind andere da, die euch unterstützen und euer Team wachsen lassen.

Wie gelingt das Arbeiten in einer GeKi?

Auf der Fahrt zur GeKi kannst du mit deinem Kind besprechen, welche Eltern heute die Begleitung der Kinder übernehmen und dass du heute an deinem Projekt weiterarbeiten willst.

In der GeKi kannst du dich bewusst zurücknehmen. Wenn du dein Kind streiten hörst, kannst du darauf vertrauen, dass die anderen Eltern dein Kind begleiten und beobachten wie sie es tun. Oft kannst du andere Problemlösestrategien kennenlernen und viel für dich selbst mitnehmen.

Wenn dich dein Kind routinemäßig um Hilfe bittet, beim Schuhe binden oder Brotbox öffnen, dann kannst du es liebevoll darauf hinweisen, dass du heute nicht betreust und an welche Eltern es sich wenden kann. Selbst dann, wenn es nur ein kleiner Handgriff wäre. Es ist wichtig für dein Kind und dich, euch daran zu erinnern, dass euer eingespieltes Team in der GeKi erweitert ist um unterstützende Personen.

Selbiges gilt wenn dein Kind ein Buch vorgelesen bekommen möchte oder mit dir ein Spiel spielen will. Natürlich ist es das wunderbare an GeKis, dass du mit deinem Kind Zeit verbringen kannst, wann immer ihr es wollt. Aber gerade, wenn es sich bei deinem Kind und dir noch nicht automatisiert hat, die Begleiter um Hilfe zu bitten, dann ist es wichtig, diese neuen Strukturen zu etablieren und euch daran zu erinnern, dass dein Kind vor Ort andere Eltern und Kinder zum Spielen hat und du vor Ort arbeiten willst.

Trotzdem darfst du natürlich zwischendrin Zeit mit deinem Kind verbringen!

Achte am Besten auf dein Gefühl: Ich habe jetzt viel für mich getan, ja, ich lese dir jetzt gerne etwas vor!

Oder: Mist, ich habe noch fast nichts geschafft! Dann vermittel deinem Kind: Ich sehe, dass du jetzt etwas mit mir machen möchtest, lass mich das fertig machen, dann komme ich zu dir. Magst du Sabrina fragen, ob sie dir vorliest?

Wenn es dein Kind noch nicht alleine schafft die Begleiter um Hilfe zu bitten, dann kannst du es unterstützen und ihr fragt gemeinsam, ob sie deinem Kind vorlesen.

Für die Begleiter ist es natürlich ebenfalls wichtig eine entsprechende Rolle einzunehmen. Dazu zählt zu beobachten, welche Kinder gut in der Gruppe angekommen sind und welche Kinder noch ein aktives einbinden benötigen.

Bei manchen Kindern geht dies simpel, mit einem: Soll ich dir vorlesen? Andere Kinder brauchen ein indirektes Einbeziehen. Hier ist es möglich alleine neben dem Kind ein Buch anzuschauen und dabei zu kommentieren, was du auf den Bildern siehst. Viele Kinder rutschen dann zögerlich näher und schauen bald mit dir ins Buch. Wieder andere Kinder brauchen mehr Zeit zum Ankommen und Beziehungsaufbau. Hier tut es gut, sich als Begleiter, jeden Tag bewusst ein bisschen Zeit für den Beziehungsaufbau zu diesem Kind zu nehmen.

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